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Ingrid und Joachim Schröter

Der Kaiser und der Hase
Wir sind 30.000 Zuschauer und stehen im kalten Oktoberwind bei Cospeda. In Pul-verdampf und Kanonengedröhn rücken sie gegeneinander vor, die Franzosen und die Preußen. Und einer sieht aus wie der Kaiser Napoleon leibhaftig. Da plötzlich ein Hase! Er denkt: Jetzt reicht’s! Wie ein Blitz rast er zwischen die feindlichen Reihen und ist frei. Alle freuen sich an dem lebendigen Tier. Schwache Natur gegen militäri-sche Macht. So geschehen am 14. Oktober 2006, dem 200. Jahrestages des großen Unglücks von Jena und Auerstedt.
Der Hase erinnert mich daran, wie der Hirtenjunge David den gepanzerten Goliath bezwingt (1. Samuel 17). Und Jesus Christus nennt die Kleinen groß und glück-lich, die Frieden stiften und an Versöhnung arbeiten (Matthäusevangelium, 5. Kapi-tel). Deren Tun sieht vielleicht nicht aus wie ein Sieg, aber es bewirkt Befreiung und immer einen Funken Hoffnung. Wir haben nicht furchtsame Hasenherzen, sondern wir
erhalten im Blick auf Jesus Christus immer wieder Mut, um das Böse und seine be-grenzte Zeit zu überwinden.

 

Ingrid Schröter

 

St. Michaels Minutenzeiger
„Haben sie Euch einen Zeiger an der Uhr geklaut?“ fragt mich ein Spaßvogel. Nein: In Jena messen die einen die Zeit in Mikrosekunden. Und die anderen zücken das I-Phone, um in time zu sein. Aber die Stunde hat etwas Besonderes. Sprechen wir nicht von der Stunde Null, vom Stundentakt oder von der Abschiedsstunde? Wir erleben Augenblicke von bleibendem Eindruck und sprechen später dennoch von „der Stunde“. - Die Bibel erzählt uns, wie Jesus im Ölgarten von Jerusalem in der Stunde, die für ihn über Leben und Tod entscheidet, seinen Freund Petrus bittet: Simon, du schläfst? Konntest du nicht eine Stunde mit mir wachen? (Markus 14,37). So rüttelt er uns auch heute wach. Eine Stunde von den 168 Stunden der Woche hellwach zu sein für Menschen in Sorge und Stress. Oder eine Stunde mit Freunden zu ackern, wie ein Unglück behoben werden kann oder lautstark öffentlich ein Protest gegen Menschenverachtung erhoben werden muss. Und dann ist da die Stunde im Gottes-dienst, in der uns Gottes Geist weckt. Dazu kann allerdings der Zeiger nicht groß ge-nug und der Glockenschlag nicht laut genug sein.

 

Joachim Schröter

 

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